Uwe Geschwind neu an der Spitze

Uwe Geschwind neu an der Spitze

Uwe Geschwind ist der neue Mann an der Spitze von Pro Integration. Der Dortmunder löst Gerd Woeste (75) ab, der im Vorstand aktiv bleibt.

Hohenlimburg. Der Ausbildungs- und Integrationsbetrieb Pro Inte-gration aus der Unternahmer hat einen neuen Geschäftsführer: Uwe Geschwind, viele Jahre als Bereichsleiter „Personal“ beim heimischen Kaltwalzunternehmen C.D.Wälzholz tätig, löst den langjährigen Pro-Integration-Geschäftsführer Gerd Woeste ab. Der möchte mit 75 Jahren zukünftig etwas kürzer treten, aber weiterhin im Vorstand von Pro Integration e.V. mit Rat und Tat zur Seite stehen und die Arbeit seines Nachfolgers begleiten und tatkräftig unterstützen.

Von Inge Wälzholz-Junius gegründet

Gerd Woeste hatte zunächst einige Jahre mit Inge Wälzholz-Junius die Geschäfte der gGmbH geleitet, nach dem Ausscheiden der Gründerin von Pro Integration im Jahr 2009 die alleinige Geschäftsführung übernommen und die gemeinnützige Einrichtung erfolgreich geführt.

Diese bildet seit mehr als 30 Jahren regelmäßig bis zu zwanzig lernbehinderte junge Männer und Frauen aus, um sie auf den ersten Arbeitsmarkt vorzubereiten. Das geschieht in verschiedenen Qualifizierungsmaßnahmen: zum Holzarbeiter in der Schreinerei, zum Gartenbaufacharbeiter in der Gärtnerei oder auch zum Metallbearbeiter.

Kontinuierliche Arbeit fortsetzen

Aufgrund der guten Vernetzung in der heimischen Industrie der Region ist es Pro Integration stets gelungen, diese jungen Frauen und Männer nach dem Abschluss ihrer Ausbildung zu vermitteln. „Die Quote liegt bei 100 Prozent. Das ist außergewöhnlich und wird landesweit anerkannt“, hatte Gerd Woeste stets mit Freude betont.

Uwe Geschwind möchte in den kommenden Jahren diese erfolgreiche Arbeit fortsetzen und weitere Akzente setzen. So laufen aktuell Gespräche mit dem Jobcenter Hagen, zukünftig auch Flüchtlinge aus Kriegsgebieten in der Unternahmer zu qualifizieren. „Diese sollen nicht älter als 25 Jahre sein und Grundkenntnisse der deutschen Sprache besitzen“, hat der neue Geschäftsführer ein Anforderungsprofil erstellt. „Zusätzlich zur Arbeit bei Pro Integration sollen sie Deutschkurse besuchen.“

Euro-Paletten-Möbel hoch im Kurs

Für die Gärtnerei und die Schreinerei möchte er zusätzliche Aufträge rekrutieren, um die Wirtschaftlichkeit der gemeinnützigen Gesellschaft auszubauen. Zusammen mit den beiden Schreinermeistern Jan Lange und Ralf Krause ist deshalb die Idee geboren, den gegenwärtigen Boom der Euro-Paletten-Möbel zu nutzen. So werden aus den 120 mal 80 Zentimetern großen Paletten in Baumärkten und Gartencentern Sitzmöbel angeboten; zusätzlich Blumenregale oder Hochbeete für Gewürze oder Salate. „Wir können auch andere Größen außerhalb der gängigen Palettenmaße fertigen“, ergänzt Jan Lange. Palettenbau ist eine jener Tätigkeiten, die den jungen Frauen und Männern mit Handicap unter Anleitung der erfahrenen Schreinermeister leicht von der Hand geht. Darüber hinaus stellen sie sich in der Schreinerei aber auch allen anderen Herausforderungen der Holzverarbeitung.

Was ist Pro Integration?

Die Pro Integration gGmbH wurde im Jahr 1982 von Inge Wälzholz-Junius gegründet, um jungen Menschen mit einem (Lern-)Handicap eine beruflich Perspektive zu bieten. Zusätzlich werden Langzeitarbeitslose qualifiziert. Zukünftig auch Flüchtlinge.

Das Verhältnis von Betreuern und Ausbildern zu den Beschäftigten liegt bei 1:1. So beschäftigt Pro Integration an der Ludwigstraße 15 ( 02331 / 964 - 1527) eine Diplom-Sozialpädagogen, eine Sozialarbeiterin und eine Ergotherapeutin sowie zwei Schreiner- und zwei Gärtnermeister und Verwaltungsangestellte.

Die Qualifizierung erfolgt in Kooperation mit der Agentur für Arbeit, dem Jobcenter und dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe.

 

Volker Bremshey

Quelle: WAZ (https://www.waz.de/staedte/hagen/uwe-geschwind-neuer-geschaeftsfuehrer-id211166527.html)